Warum Musik zum Skaten gehört

In einem Skatevideo kann ein Song die Wirkung einer ganzen Szene verändern. Eine lange Anfahrt bekommt mit einem ruhigen Beat etwas anderes als mit schnellen Gitarren. Dazu kommen Schnitt und Timing: Manchmal bleibt nicht nur ein Trick hängen, sondern auch die Stelle im Stück, an der er landet.

Die Verbindung reicht weiter zurück als die Videokultur. Jan & Dean veröffentlichten 1964 Sidewalk Surfin’. In ihrer offiziellen Chronik sind Aufnahme und Veröffentlichung dokumentiert. [1] Hier wurde Skateboarding schon im Song selbst zum Thema.

Unsere Auswahl beginnt mit zwei Surf-Rock-Stücken und wird danach breiter. Sie ist eine Sammlung von Hörtipps, keine Liste vorgeschriebener Szene-Klassiker. Bei einigen Titeln steht die Nähe zur Surf-Kultur im Vordergrund, bei anderen der Rhythmus oder die Stimmung nach einer Runde.

Mehr zum Einfluss von Videos und zum Fahren in der Stadt steht in unserer Skateboard-Geschichte.

Zum Anfang: zwei Surf-Rock-Stücke

Beim Surf-Rock darf die Gitarre scharf anschlagen und lange nachhallen. Das Schlagzeug hält sich dabei keineswegs immer im Hintergrund. Die beiden Stücke zeigen das auf unterschiedliche Weise: Bei Misirlou drängt zuerst die Gitarre nach vorn, bei Wipe Out bleiben besonders die Drums im Ohr.

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Dick Dale & His Del-Tones · Misirlou

Der schnelle Gitarrenlauf lässt dem Stück kaum Ruhe. Das ist ein guter Auftakt, wenn die Auswahl gleich mit Energie beginnen soll. Beim zweiten Hören lohnt es sich, nicht nur der Melodie zu folgen, sondern auf den Anschlag zu achten: Er trägt viel von der Spannung.

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The Surfaris · Wipe Out

Hier bekommen die Drums ihren eigenen Auftritt. Die Band datiert den Hit auf 1963. Man kann sich beim Hören erst auf das Schlagzeug konzentrieren und beim nächsten Durchlauf verfolgen, wie die Gitarre dazu wieder einsetzt.

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Wer mehr über Wipe Out erfahren möchte, findet die Geschichte in der Biografie der Surfaris. Der Hörlink führt zur Videoseite der Band.

Gitarren dürfen auch ungeduldig werden

Nach dem Surf-Rock wird der Klang rauer. Die nächsten drei Stücke unterscheiden sich trotzdem deutlich: Agent Orange klingt knapper und drängender, Bad Religion verbindet den Druck mit Melodie, Goldfinger bringt einen federnden Ska-Rhythmus dazu. Genau dieser Wechsel macht die Reihenfolge interessant.

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Agent Orange · Bloodstains

Ein kurzer Gegenpol zum ausgiebigen Gitarrensound der ersten beiden Tracks. Hier ist die remasterte ursprüngliche Posh-Boy-Aufnahme verlinkt. Wer eine andere Version kennt, kann direkt vergleichen, wie sich die Wirkung verändert.

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Bad Religion · You

Die Melodie bleibt trotz der Energie gut greifbar. Interessant ist, wie Stimme, Gitarre und Schlagzeug zusammen nach vorn gehen. Der Link führt zum Album No Control bei Epitaph; dort steht You in der Trackliste.

Zum Album bei Epitaph ↗
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Goldfinger · Superman

Der Rhythmus federt, dann greifen die Gitarren kräftiger zu. Nach Bloodstains und You tut diese Abwechslung gut. Ein passender Titel, wenn die Auswahl noch nicht in den ruhigen Teil abbiegen soll.

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Danach darf es entspannter werden

Die nächsten beiden Tracks brauchen weniger Tempo, um in Bewegung zu bleiben. Für eine Pause passt das gut. Statt auf den nächsten Einsatz zu warten, kann man einer Bassfigur oder dem Abstand zwischen den Schlägen zuhören.

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A Tribe Called Quest · Can I Kick It?

Der Beat lässt Luft zwischen den Akzenten. Nach den Gitarren fällt das sofort auf. Zum Hören reichen hier ein paar wiederholte Takte: Erst dem Bass folgen, dann die Stimme dazunehmen. Schon verschiebt sich die Aufmerksamkeit im selben Stück.

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Khruangbin · August 10

Die Basslinie hält das Stück zusammen, während die Gitarre darüber eigene Wege nimmt. August 10 stammt von Con Todo El Mundo. Ein angenehmer Übergang, wenn aus der Pause langsam ein längerer Abend wird.

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Bei einer eigenen Playlist muss die Energie nicht von Titel zu Titel steigen. Ein ruhigerer Song kann nach drei schnellen Stücken genau richtig sein. Wenn dir der Wechsel zu groß ist, funktioniert die Auswahl auch in zwei getrennten Gruppen.

Ein letzter Track: Tycho

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Tycho · A Walk

A Walk entwickelt seine wiederkehrenden Motive allmählich. Der Track von Dive beendet diese Auswahl etwas ruhiger. Er passt in den Moment, in dem das Board schon abgestellt ist und niemand mehr auf die Uhr schaut.

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Bei solchen Stücken lohnt es sich, den Anfang mit einer späteren Stelle zu vergleichen. Was ist hinzugekommen? Was hat sich nur leicht verändert? Dafür muss man keine Instrumente benennen können. Es reicht, auf den Unterschied zu achten, statt die Musik sofort weiterzuklicken.

Mit denselben Tracks die eigene Anlage kennenlernen

Wenn ein Stück ohnehin vertraut ist, eignet es sich gut für einen kleinen Vergleich zu Hause. Man bemerkt Veränderungen leichter, weil man weiß, wie Bass, Stimme oder Gitarre sonst wirken. Drei Versuche lassen sich ohne neue Geräte machen.

Den Hörplatz verändern. Spiele eine wiederkehrende Bassfigur bei moderater Lautstärke. Hör zuerst am üblichen Platz, dann etwas davor oder dahinter. Falls einzelne Töne dort stärker hervortreten, kann der Raum eine Rolle spielen. LNGR erklärt diesen Zusammenhang im Beitrag über Raummoden.

Beim Vergleichen auf die Lautstärke achten. Dieselbe Reglerstellung bedeutet bei zwei Aufnahmen nicht denselben Pegel. Die lautere Fassung kann zunächst eindrucksvoller erscheinen. Bevor du den Unterschied der Aufnahme oder der Anlage zuschreibst, gleiche die gehörte Lautstärke möglichst gut an. Mehr zu den technischen Größen steht unter Watt, Wirkungsgrad und Pegel.

Einen kurzen Abschnitt wiederholen. Such eine Stelle, an der Bass und Stimme gleichzeitig zu hören sind. Achte bei einem Durchlauf auf den Bass, beim nächsten auf die Verständlichkeit der Stimme. Ändere dann nur eine Sache, etwa den Sitzplatz, und höre denselben Ausschnitt erneut. So bleibt der Vergleich überschaubar.

Wer wissen möchte, wie aus solchen Fragen ein Entwicklungsprojekt wird, kann den LNGR 1-2-CX verfolgen. Der Lautsprecher befindet sich noch in Entwicklung. Für einen systematischeren Einstieg gibt es außerdem die LNGR-Workshops zum Lautsprecherbau.

Noch kurz zu den Hörlinks

Keiner der Links startet auf dieser Seite automatisch Musik. Du öffnest damit die jeweilige Künstler-, Label- oder Dienstseite. Manche Anbieter verlangen für die vollständige Wiedergabe eine Anmeldung. Die Titel lassen sich ebenso im eigenen Musikdienst suchen; bei mehreren Fassungen kann ein Vergleich durchaus interessant sein.

Am Spot sollte die Auswahl zu den anderen Menschen passen. Nicht jeder möchte die eigene Runde zu derselben Musik fahren. Während der Fahrt müssen Umgebung und Warnsignale wahrnehmbar bleiben; für die Vorbereitung oder den Abend danach gibt es mehr Spielraum.

Die Sätze in den Musikboxen sind redaktionelle Gedanken, keine Zitate aus Songs oder Interviews. Die Verweise zu LNGR führen zu ergänzenden Technikartikeln. LNGR betreut auch diese Website; der Zusammenhang ist im Footer und auf der Über-Seite beschrieben.

Quellen & weiterführende Links
  1. Jan Berry Official Site: Jan Berry and Brian WilsonHistorischer Bezug: Sidewalk Surfin’, 1964.
  2. The Surfaris: BandbiografieEigene Darstellung zu Wipe Out.
  3. Epitaph: No ControlTrackliste und Albumkontext von Bad Religion.
  4. Goldfinger: SupermanOffizielle Songseite.
  5. Khruangbin: August 10Track- und Albumangaben beim Künstler.
  6. Tycho: A WalkTrackangaben beim Künstler.
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